„Intonas – Von studentischen Texten und Weisen“

Der Autor

Raimund Lang, 1951 in Salzburg geboren. Seit der Gymnasialzeit Mitglied der MKV-Verbindung „Illyria“ Hallein. Nach der Matura Übersiedlung nach Wien; am „Konservatorium für Musik und dramatische Kunst“ Ausbildung zum Schauspieler. Daneben Engagement im Mittelschüler-Kartellverband und Bandphilister der MKV-Verbindungen „Austro-Bavaria“ und „Borussia“. Seit 1973 an mehreren Wiener Bühnen und beim ORF unter Vertrag. Schauspielerpreis „Goldener Rathausmann 1976“. Zunehmende Beschäftigung mit Studentengeschichte, speziell mit studentischen Gedenkstätten und studentischem Liedgut. Mit-Autor des „Österreichischen Kommersbuches“ (1984). Ab 1982 freiberuflich in Hamburg; unter anderem Sprecher zahlreicher österreichischer Kultursendungen beim Norddeutschen Rundfunk. Couleurstudentische Exkursionen durch ganz Europa.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors bringen wir an dieser Stelle verschiedene Auszüge aus dem Buch "Intonas - Von studentischen Texten und Weisen".

Intonas…

So fordert im studentischen Zeremoniell das Präsidium einen der Anwesenden zum Anstimmen eines Liedes auf. Und der Angesprochene erhebt sich und singt die ersten Takte an, bis die gesamte Corona einfällt. Das studentische Verbindungswesen ist eine der ältesten abendländischen Gemeinschaftsformen, die sich bis in die Gegenwart erhalten haben. Dem Außenstehenden ist die Vielfalt – auch die ideologische – der studentischen Bünde kaum bewußt; die einheitliche Erscheinung des Farbentragens erweckt den Anschein völliger Identität. Doch lange bevor bunte Couleure Standessymbole und Unterscheidungsmerkmale wurden, verband die Studenten schon der gemeinsame Gesang. An ihm, Dichtung und Musik, lassen sich die Spuren studentischer Geschichte am deutlichsten zurückverfolgen.

Intonas! – Du, stimmst an! Das ist die Aufforderung und Feststellung zugleich. Das wiederum setzt voraus, daß jeder der Anwesenden jedes Lied mit Text und Melodie beherrscht. Die studentische Traditionspflege der Gegenwart entspricht dem nicht mehr so ganz. In einem Zeitalter permanenter Berieselung ist das aktive Element des Gemeinschaftsgesanges auch in engen Kreisen zurückgetreten, womit das Verständnis seiner Inhalte verloren zu gehen droht.

Dabei ist gerade das Studentenlied eine spanndene Geschichtsquelle. Es spiegelt das Lebensgefühl ganzer Epochen und die Freude und Tragik von Einzelschicksalen wieder. Es führt zu Begegnungen mit großen Menschen und Ideen und variiert hundertfach die Vergnügungen, Wünsche und Schwächen des Alltages. Es ist ernst und feierlich, schwelgend genießerisch, frech und herausfordernd, kämpferisch verirrt, teils knapp und brillant, teils schwülstig und platt, aber in jedem Fall lebensbejahend. Mit einem Wort: Es ist eine einmalige Sammlung von Zeitdokumenten.

Meine Suche nach Quellen und Hintergründen des studentischen Liedgutes begann zwar in der düster-staubigen Welt der Archive, führte aber schon sehr bald hinaus in die Städte und Landschaften. Denn die Spuren des Studentenliedes sind sichtbar, seine Stätten kann man aufspüren, erkennen, berühren. Das war für mich die reizvollste Entdeckung: Studentenlied ist auch etwas zum Anschauen.

Aus diesen Erfahrungen entstanden die Kapitel dieses Buches. Sie sind das Ergebnis von Lesen und Reisen – einer äußerst vergnüglichen Koproduktion zur Stillung der Neugier. Vielleicht gelingt es, ein wenig von diesem Vergnügen an den Leser weiterzugeben.

Raimund Lang
Hamburg, im August 1992

Inhalt

Beim festlichen Gelage – Hier sind wir versammelt
Wanderschaft – Wohlauf, die Luft geht frisch und rein
Fuchsenritt – Was kommt dort von der Höh‘
Landesvater – Alles schweige
Liebes-Durst – Keinen Tropfen im Becher mehr
Feierlich schalle der Jubelgesang – Vom hoh’n Olymp herab
Fahrendes Volk – Nach Süden nun sich lenken
Wehmut – O alte Burschenherrlichkeit
Burschenträume – Der Papst lebt herrlich in der Welt
Verklärtes Schwärmen – Heidelberg, du Jugendbronnen
Mystisches Feuer – Krambambuli, das ist der Titel
Ruf um Hilf‘ die Poesei – Burschen heraus
Donaustrudel – Als wir jüngst in Regensburg waren
Alt-Assyrisch – Im Schwarzen Walfisch zu Askalon
Beständigkeit – O Tannenbaum
Anhang: De brevitate vitae – Gaudeamus igitur

Bestellhinweis

Das Buch „Intonas – Von studentischen Texten und Weisen“ (Wien 1992) kann über den

Österreichischer Verein für Studentengeschichte
http://www.studentengeschichte.at

bezogen werden.

Übrigens…„Intonas II“ – die Fortsetzung – ist 1998 erschienen.